Bauzeichner

Was macht ein Bauzeichner? Wie verläuft die Ausbildung? Was sind die Lerninhalte in der Berufsschule? Welchen Abschluss erhält man? Welche weiterführenden Abschlüsse kann man mit dem Berufsabschluss anstreben? Was sind die Zulassungsvoraussetzungen zur Berufsschule?

Was macht ein Bauzeichner?

Bauzeichner erstellen maßstabsgerechte Zeichnungen und Pläne für den Baubereich. Sie setzen die Entwurfsskizzen und Vorgaben von Architekten und Bauingenieuren um. Damit schaffen sie die Grundlage für eine einwandfreie Bauausführung im Hochbau, Ingenieurbau und im Tief-, Straßen- und Landschaftsbau.

Bauzeichner sind bei Bauämtern, Architektur- und Ingenieurbüros sowie bei Baufirmen mit eigener Planungsabteilung beschäftigt. Darüber hinaus bieten z.B. Bauträger oder Fertigteilhersteller für das Baugewerbe weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.

Wie verläuft die Ausbildung?

Die dreijährige Ausbildung erfolgt im ersten Ausbildungsjahr in der Berufsfachschule im Vollzeitunterricht. Die theoretischen Kenntnisse und die praktischen Fertigkeiten werden in der Schule vermittelt. Mit einem Blockpraktikum im Betrieb wird frühzeitig der Kontakt zum späteren Ausbildungsbetrieb hergestellt.

Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Ausbildung mit unseren dualen Partnern, also in einem Architektur- oder Ingenieurbüro. Neben der betrieblichen Ausbildung, bei der die Fachpraxis erlernt wird, besucht der Auszubildende regelmäßig an einem Tag in der Woche die Berufsschule. Hier findet die theoretische Ausbildung in Form des Lernfeldunterrichts statt.

Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr sind die ersten neun Lernfelder für die Bereiche Architektur, Ingenieurbau sowie Tief-, Straßen- und Landschaftsbau gleich. Die Unterteilung in die drei Schwerpunkte beginnt mit dem dritten Ausbildungsjahr. Nur noch die Bereiche Architektur und Ingenieurbau werden hier bei uns unterrichtet. Die Bauzeichner mit Schwerpunkt Tief-, Straßen- und Landschaftsbau werden im dritten Ausbildungsjahr in Biberach beschult.

Verkürzung der Lehrzeit ist bei entsprechender schulischer oder beruflicher Vorbildung bzw. guter Leistung während der Ausbildung möglich.

Was sind die Lerninhalte in der Berufsschule?

Allgemeinbildende Fächer

Religion, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskompetenz, Englisch

Lernfelder

1.+2. Ausbildungsjahr

  • LF 1 – Mitwirken bei der Bauplanung
  • LF 2 – Aufnehmen eines Bauwerkes
  • LF 3 – Erschließen eines Baugrundstückes
  • LF 4 – Planen einer Gründung
  • LF 5 – Planen eines Kellergeschosses
  • LF 6 – Konstruieren eines Stahlbetonbalkens
  • LF 7 – Konstruieren von Treppen
  • LF 8 – Planen einer Geschossdecke
  • LF 9 – Entwerfen eines Dachtragwerkes

3. Ausbildungsjahr getrennt

Schwerpunkt Architektur

  • LF 10 (A) – Erstellen eines Bauantrages
  • LF 11 (A) – Entwickeln einer Außenwand
  • LF 12 (A) – Planen einer Halle
  • LF 13 (A) – Konstruieren eines Dachaufbaues
  • LF 14 (A) – Ausbauen eines Geschosses

Schwerpunkt Ingenieurbau

  • LF 10 (I) – Sichern eines Bauwerkes
  • LF 11 (I) – Entwickeln einer Außenwand
  • LF 12 (I) – Planen einer Halle
  • LF 13 (I) – Konstruieren eines Daches
  • LF 14 (I) – Planen eines Stahlbetonbauwerkes

Es besteht für Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife die Möglichkeit statt der Fächer Deutsch, Wirtschaftskompetenz und Gemeinschaftskunde den Unterricht „Management im Handwerk“ zu besuchen und den Titel „Managementassistent“ zu erwerben.

Welchen Abschluss erhält man?

Im 3. Ausbildungsjahr wird die Ausbildung mit der Gesellenprüfung abgeschlossen.

Welche weiterführenden Abschlüsse kann man mit dem Berufsabschluss anstreben?

  • Ablegen der Prüfung zum Staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Bautechnik
  • Studium Architektur oder Bauingenieurwesen

Was sind die Zulassungsvoraussetzungen zur Berufsschule?

Für das 1. Ausbildungsjahr in der Berufsfachschule ist ein Vorvertrag ausreichend.

In Ausnahmen kann die Schule auch ohne Vorvertrag besucht werden. Die Schüler haben dann ein Jahr Zeit sich einen geeigneten Ausbildungsbetrieb zu suchen. Mit dem Ende der Berufsfachschule ist auch die Schulpflicht erfüllt.

Ab dem 2. Ausbildungsjahr ist der Nachweis eines Berufsausbildungsvertrags notwendig.