Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik

Was macht eine Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik? Wie verläuft die Ausbildung? Was sind die Lerninhalte in der Berufsschule? Welchen Abschluss erhält man? Welche weiterführenden Abschlüsse kann man mit dem Berufsabschluss anstreben? Was sind die Zulassungsvoraussetzungen zur Berufsschule?

Was macht eine Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik?

Sie gerben Rohhäute und -felle, die zu Lederwaren (Schuhe, Kleidungsstücke, Polstermöbel, Autositze) weiterverarbeitet werden. Die Rohhäute werden dazu gereinigt und danach in verschiedenen Arbeitsgängen von Fleischresten und Haaren befreit. Dicke Häute werden gespalten um mehrere Schichten zu erhalten.

Anschließend werden die Häute in rotierenden Fässern und Gerbmaschinen zu Leder gegerbt. Hierfür werden pflanzliche oder chemische Verfahren angewendet. Danach wird das Leder noch eingefärbt und durch Schleifen, Bügeln oder Prägen weiterveredelt.

Wie verläuft die Ausbildung?

Die dreijährige Ausbildung erfolgt in der Berufsschule im Blockunterricht mit unseren dualen Partnern.

13 Wochen Blockunterricht pro Jahr in der Berufsschule mit ca. 40 Wochenstunden pro Blockwoche werden ergänzt durch die praktische Ausbildung im Unternehmen.

Verkürzung der Lehrzeit ist bei entsprechender schulischer oder beruflicher Vorbildung bzw. guter Leistung während der Ausbildung möglich.

Was sind die Lerninhalte in der Berufsschule?

Allgemeinbildende Fächer

Religion, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskompetenz, Englisch

Lernfelder

  • LF 1 – Rohware erkennen und beurteilen
  • LF 2 – Haut chemisch auf die Gerbung vorbereiten
  • LF 3 – Haut mechanisch bearbeiten
  • LF 4 – Mineralische Gerbungen durchführen
  • LF 5 – Nichtmineralische Gerbungen durchführen
  • LF 6 – Leder trocknen
  • LF 7 – Leder neutralisieren und Nachgerbungen durchführen
  • LF 8 – Leder mechanisch bearbeiten
  • LF 9 – Leder färben
  • LF 10 – Leder fetten
  • LF 11 – Leder zurichten
  • LF 12 – Fertigleder beurteilen und zur Abgabe an den Kunden vorbereiten

Es besteht für Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife die Möglichkeit statt der Fächer Deutsch, Wirtschaftskompetenz und Gemeinschaftskunde den Unterricht „Management im Handwerk“ zu besuchen und den Titel „Managementassistent“ zu erwerben.

Welchen Abschluss erhält man?

Im 2. Ausbildungsjahr findet die Zwischenprüfung statt.

Im 3. Ausbildungsjahr wird die Ausbildung mit der Gesellenprüfung abgeschlossen.

Welche weiterführenden Abschlüsse kann man mit dem Berufsabschluss anstreben?

  • Ablegen der Prüfung zum Technischen Fachwirt
  • Studium Textil-, Bekleidungstechnik oder Chemieingenieurwesen

Was sind die Zulassungsvoraussetzungen zur Berufsschule?

Ab dem 1. Ausbildungsjahr ist der Nachweis eines Berufsausbildungsvertrags notwendig.