Konditor

Was macht ein Konditor? Wie verläuft die Ausbildung? Was sind die Lerninhalte in der Berufsschule? Welchen Abschluss erhält man? Welche weiterführenden Abschlüsse kann man mit dem Berufsabschluss anstreben? Was sind die Zulassungsvoraussetzungen zur Berufsschule? Wo bekommt man weiterführende Informationen zum Beruf?

Was macht ein Konditor?

Konditoren arbeiten in Konditoreien, Cafés, Confiserien, Bäckerei-und Konditoreibetrieben, Eiscafés oder im Patisseriebereich von Hotels und Restaurants. Sie stellen hauptsächlich süße Erzeugnisse wie Torten, Desserts, Speiseeis, Pralinen, Nougat, Schokolade, Marzipan, Teegebäcke her. Dazu wiegen und messen sie die Zutaten nach genau festgelegten Rezepturen ab und stellen daraus Teige oder Massen her. Im Anschluss daran werden die Konditoreiwaren beispielsweise mit Schokolade überzogen, ansprechend verziert und für den Verkauf vorbereitet. Zu den Aufgaben eines Konditors gehört ebenfalls die Zubereitung kleiner Gerichte wie Salate, Pasteten und Snacks.

Als Konditor sollte man Wert auf Sauberkeit und Hygiene legen, einen sehr guten Geruchs- und Geschmackssinn haben, Interesse am Umgang mit Nahrungsmitteln haben sowie über ein gewisses kreatives Talent und handwerkliches Geschick verfügen.

Wie verläuft die Ausbildung?

Die duale Ausbildung zum Konditor erfolgt im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung, die sich aus betrieblichen (praktischen) und schulischen (theoretischen) Anteilen zusammensetzt und durch die überbetriebliche Ausbildung ergänzt wird.

Einmal wöchentlich findet in der Berufsschule die theoretische und an zusätzlichen Berufsschultagen die fachpraktische Ausbildung in berufsspezifischen Lernfeldern statt, z.B. Herstellen von feinen Backwaren aus Massen, Herstellen von Erzeugnissen mit oder aus Kuvertüre. Ergänzt wird die Berufsschulbildung durch allgemeinbildende Fächer am Berufsschultag.

Was sind die Lerninhalte in der Berufsschule?

Allgemeinbildende Fächer

Religion, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskompetenz, Englisch

Lernfelder (LF)

1. Berufsschuljahr (Grundstufe):

  • LF 1 –  Unterweisen eines neuen Mitarbeiters
  • LF 2 –  Herstellen einfacher Teige / Massen
  • LF 3 –  Gestalten, Werben, Beraten und Verkaufen
  • LF 4 –  Herstellen von Feinen Backwaren aus Teigen

2. Berufsschuljahr (Fachstufe 1):

  • LF 5 – Herstellen von kleinen Gerichten
  • LF 6 – Herstellen von Feinen Backwaren aus Massen
  • LF 7 – Herstellen von Füllungen, Cremes und Süßspeisen
  • LF 8 – Entwerfen und Herstellen von Torten und Desserts

3. Berufsschuljahr (Fachstufe 2):

  • LF 9 – Verarbeiten von Zucker
  • LF 10 – Arbeiten mit Marzipan
  • LF 11 – Herstellen von Erzeugnissen mit/aus Kuvertüre
  • LF 12 – Herstellen von Speiseeis
  • LF 13 – Herstellen von Spezialgebäcken
  • LF 14 –  Planen und Durchführen einer Aktionswoche

Es besteht für Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife die Möglichkeit statt der Fächer Deutsch, Wirtschaftskompetenz und Gemeinschaftskunde den Unterricht „Management im Handwerk“ zu besuchen und den Titel „Managementassistent“  zu erwerben.

Welchen Abschluss erhält man?

Die Auszubildenden legen Mitte des 2. Berufsschuljahres eine Zwischenprüfung  sowie am Ende der Ausbildung die Abschluss- und Gesellenprüfung ab.

Bei entsprechender schulischer oder beruflicher Vorbildung bzw. bei sehr guten Leistungen während der Ausbildung ist auch eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.

Welche weiterführenden Abschlüsse kann man mit dem Berufsabschluss anstreben?

Mit dem Gesellenbrief besteht die Möglichkeit der Weiterbildung zum Konditormeister, zum Industriemeister (Fachrichtung Süßwaren) oder zum staatlich geprüften Techniker (Fachrichtung Lebensmitteltechnik). Der erfolgreiche Meister-Abschluss ermöglicht die Weiterqualifizierung zum Betriebswirt des Handwerks bzw. berechtigt zum Studium der Lebensmitteltechnologie (Bachelor) oder Ernährungswissenschaft (Bachelor), Ökotrophologie (Bachelor).

Was sind die Zulassungsvoraussetzungen zur Berufsschule?

Der Nachweis eines Berufsausbildungsvertrages.

Der Besuch der Berufsschule ist schulgeldfrei.