Stuckateur

Was macht ein Stuckateur? Wie verläuft die Ausbildung? Was sind die Lehrinhalte in der Berufsschule? Welchen Abschluss erhält man? Welche weiterführende Abschlüsse kann man mit dem Berufsschulabschluss anstreben? Was sind die Zulassungsvoraussetzungen? Wo bekomme ich weitere Informationen zum Stuckateurberuf?

Was macht ein Stuckateur?

Der Stuckateur beherrscht das gesamte Leistungsspektrum zur Herstellung und der Sanierung von Innen- und Außenputzen und des Trockenbaus. Mit verschiedenen Putztechniken werden Oberflächen verschönert und gleichzeitig geschützt. Durch Wärmeverbundsysteme auf Gebäudeaußenwänden trägt der Stuckateur aktiv zur Energieeinsparung bei.

Die Altbausanierung ist dabei eine vielfältige Herausforderung. Erhaltenswerte Bausubstanzen und Baudenkmäler werden mit neuen Stuckelementen zu neuem Leben erweckt.

Wie verläuft die Ausbildung?

Die dreijährige Ausbildung erfolgt im ersten Ausbildungsjahr in der Berufsfachschule im Vollzeitunterricht. Die theoretischen Kenntnisse und die praktischen Fertigkeiten werden in der Schule vermittelt. Mit einem integrierten Tag „Ausbildung im Betrieb“ wird frühzeitig der Kontakt zum späteren Ausbildungsbetrieb hergestellt.

Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Ausbildung mit den dualen Partnern in der Berufsschule. Der Unterricht findet nicht mehr in Reutlingen, sondern in Leonberg statt.

13 Wochen Blockunterricht pro Schuljahr in der Berufsschule mit ca. 40 Wochenstunden pro Blockwoche werden ergänzt durch Wochen der Ausbildung im Betrieb und im überbetrieblichen Ausbildungszentrum, in dem ergänzender praktischer Unterricht stattfindet.

Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist bei entsprechender schulischer oder beruflicher Vorbildung bzw. guter Leistung während der Ausbildung möglich. Über eine Verkürzung der Ausbildung entscheidet die Handwerkskammer.

Was sind die Lehrinhalte in der Berufsschule?

Allgemeinbildende Fächer

Religion, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskompetenz, Englisch

Lernfelder

1. Ausbildungsjahr (Berufsfachschule)

  • Einrichten einer Baustelle
  • Erschließen und Gründen eines Bauwerks
  • Mauern eines einschaligen Baukörpers
  • Herstellen einer Holzkonstruktion
  • Herstellen eines Stahlbetonbauteiles
  • Beschichten und Bekleiden eines Bauteiles

2. Ausbildungsjahr (Berufsschule in Leonberg)

  • Putzen eines Wohnraumes
  • Putzen einer Außenwand
  • Ziehen und Ansetzen eines Stuckprofiles
  • Herstellen einer Wand in Trockenbauweise

3. Ausbildungsjahr (Berufsschule in Leonberg)

  • Herstellen eines wärmedämmenden Putzsystems
  • Herstellen von Antragstuck
  • Erstellen einer Unterdecke in Trockenbauweise
  • Erstellen einer Drahtputzkonstruktion
  • Sanieren eines Bauteiles
  • Einbauen eines Estrichs

Es besteht für Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife die Möglichkeit statt der Fächer Deutsch, Wirtschaftskompetenz und Gemeinschaftskunde den Unterricht „Management im Handwerk“ zu besuchen und den Titel „Managementassistent“ zu erwerben.

Welchen Abschluss erhält man?

Die Ausbildung zum Stuckateur ist eine Stufenausbildung. Am Ende des ersten Ausbildungsjahres in der Berufsfachschule findet eine Abschlussprüfung statt.

Die bestandene Prüfung ist der Nachweis für das erste Ausbildungsjahr und gleichzeitig ist damit die Berufsschulpflicht erfüllt.

Im 2. Ausbildungsjahr findet die Zwischenprüfung statt. Sie kann als Abschlussprüfung zum Ausbaufacharbeiter abgelegt werden.

Im 3. Ausbildungsjahr wird die Ausbildung mit der Gesellenprüfung abgeschlossen.

Welche weiterführende Abschlüsse kann man mit dem Berufsschulabschluss anstreben?

Ablegen der Prüfung zum

  • Meister oder Werkpolier
  • Staatlich geprüften Bautechniker
  • Ingenieur über Weiterbildung, beispielsweise über BAS, 1BKFH und anschließendes Studium

Was sind die Zulassungsvoraussetzungen?

1. Ausbildungsjahr – Vorvertrag. In Ausnahmen kann die Schule auch ohne Vorvertrag besucht werden. Die Schüler haben dann ein Jahr Zeit, sich einen geeigneten Ausbildungsbetrieb zu suchen.

Ab dem 2. Ausbildungsjahr (Berufsschule) ist der Nachweis eines Berufsausbildungsvertrags notwendig.