Zimmerer

Was macht ein Zimmerer? Wie verläuft die Ausbildung? Was sind die Lehrinhalte in der Berufsschule? Welchen Abschluss erhält man? Welche weiterführende Abschlüsse kann man mit dem Berufsschulabschluss anstreben? Was sind die Zulassungsvoraussetzungen? Wo bekomme ich weitere Informationen zum Zimmererberuf?

Was macht ein Zimmerer?

Ein Zimmerer arbeitet hauptsächlich mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz.

Das Tätigkeitsfeld ist umfangreich. Er stellt Holzkonstruktionen und Holzbauten aller Art her. Außerdem renoviert und saniert er historische Gebäude oder Inneneinrichtungen aus Holz.

Beschäftigungsmöglichkeiten findet der Zimmerer in handwerklichen Zimmereibetrieben oder in Ingenieurholzbaubetrieben. Darüber hinaus arbeitet er im Hochbau, z.B. Rohbauunternehmen als Spezialist für besondere Betonschalungen.

Auch die Wärmedämmung von Holzhäusern gehört zu seinem Aufgabengebiet. Zumeist ist für die Herstellung der Bauteile traditionelle Handarbeit gefragt. Deshalb ist handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Teamfähigkeit wichtig.

Es gibt neben der traditionellen Handarbeit aber auch hochmoderne computergesteuerte Holzzuschnittanlagen, die vom Zimmermann bedient werden.

Wie verläuft die Ausbildung?

Die dreijährige Ausbildung erfolgt im ersten Ausbildungsjahr in der Berufsfachschule im Vollzeitunterricht. Die theoretischen Kenntnisse und die praktischen Fertigkeiten werden in der Schule vermittelt. Mit einem integrierten Tag „Ausbildung im Betrieb“ wird frühzeitig der Kontakt zum späteren Ausbildungsbetrieb hergestellt.

Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Ausbildung mit unserem dualen Partner.

13 Wochen Blockunterricht pro Jahr in der Berufsschule mit ca. 40 Wochenstunden pro Blockwoche werden ergänzt durch Wochen der praktischen Ausbildung im Zimmerereibetrieb und im überbetrieblichen Ausbildungszentrum in Biberach, in dem ergänzender praktischer Unterricht stattfindet.

Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist bei entsprechender schulischer oder beruflicher Vorbildung bzw. guter Leistung während der Ausbildung möglich.

Was sind die Lehrinhalte in der Berufsschule?

Allgemeinbildende Fächer in allen 3 Ausbildungsjahren sind:

Religion, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskompetenz, Englisch

Lernfelder im:

1. Ausbildungsjahr (Berufsfachschule)

  • Einrichten einer Baustelle
  • Erschließen und Gründen eines Bauwerkes
  • Mauern eines einschaligen Baukörpers
  • Herstellen eines Stahlbetonbauteiles
  • Herstellen einer Holzkonstruktion
  • Beschichten und Bekleiden eines Bauteiles

2. Ausbildungsjahr (Berufsschule)

  • Abbinden und Richten eines Satteldaches
  • Errichten einer tragenden Holzwand
  • Einziehen einer leichten Trennwand
  • Einbauen einer Holzbalkendecke
  • Herstellen einer einläufigen geraden Treppe

3. Ausbildungsjahr (Berufsschule)

  • Schiften am ungleich geneigten Walmdach
  • Einbau einer Gaube und eines Dachflächenfensters
  • Konstruieren einer gewendelten Holztreppe
  • Instandsetzen eines Fachwerks
  • Warten eines Niedrigenergiehauses

Es besteht für Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife die Möglichkeit statt der Fächer Deutsch, Wirtschaftskompetenz und Gemeinschaftskunde den Unterricht „Management im Handwerk“ zu besuchen und den Titel „Managementassistent“ zu erwerben.

Welchen Abschluss erhält man?

Die Ausbildung zum Zimmerer ist eine Stufenausbildung.
Am Ende des ersten Ausbildungsjahres in der Berufsfachschule findet eine Abschlussprüfung statt.

Die bestandene Prüfung ist der Nachweis für das erste Ausbildungsjahr.

Im 2. Ausbildungsjahr findet die Zwischenprüfung statt.
Sie kann als Abschlussprüfung zum Ausbaufacharbeiter abgelegt werden.

Im 3. Ausbildungsjahr wird die Ausbildung mit der Gesellenprüfung abgeschlossen.

Welche weiterführende Abschlüsse kann man mit dem Berufsschulabschluss anstreben?

Ablegen der Prüfung zum:

  • Geprüften Polier im Ausbaubau
  • Zimmerermeister
  • Staatlich geprüfter Techniker – Fachrichtung Bautechnik
  • Architekt oder Bauingenieur

Was sind die Zulassungsvoraussetzungen?

Ein abgeschlossener Hauptschulabschluss.

Für das 1. Ausbildungsjahr in der Berufsfachschule ist ein Vorvertrag ausreichend. In Ausnahmen kann die Schule auch ohne Vorvertrag besucht werden. Die Schüler haben dann ein Jahr Zeit, sich einen geeigneten Ausbildungsbetrieb zu suchen.

Mit dem Ende der Berufsfachschule ist auch die Berufsschulpflicht erfüllt.

Ab dem 2. Ausbildungsjahr ist der Nachweis eines Berufsausbildungsvertrags notwendig.